1968-2018 | „Freiheit ist rational – oder keine“

Als die Studierenden nicht länger mit Slips und Kragen auf die Straße gingen. Wie wurde man zu einem 68er? Worum ging es damals? Um praktische Theoriekritik oder eine kritische Theorie der Praxis? Und was bleibt? Slippery Slopes im Gespräch mit dem Soziologen Hauke Brunkhorst.  …

1968-2018 | Besser schimpfen

Dieser Text ist ein Text, der einem Text vorausgeht. Sie werden in diesem Text nichts lesen, was Sie nicht schon an anderer Stelle gelesen haben. Sie werden keine Ihnen unbekannten Fremdwörter und keine Wortneuschöpfungen und auch keine außergewöhnlichen Formulierungen lesen. Sie werden Verben, Substantive, Adjektive,…

1968-2018 | Blumen zu Apfelsinen!

Die sogenannte 68er-Bewegung feiert 2018 ihr 50. Dienstjubiläum. Auf der Betriebsfeier wird der DJ vermutlich allerlei Platten von Bob Dylan, Joan Baez, Janis Joplin, Jimi Hendrix, Cream und Grateful Dead auflegen müssen, ganz gewiss jedoch die Hippie-Hymne San Francisco von Scott McKenzie. Dies mag uns…

1968-2018 | Ein kurzer Sommer der Ironie

Als am 1. Januar 1968 in der BRD die Mehrwertsteuer eingeführt wurde, ahnte noch niemand, was für ein historisch bedeutsames Jahr da gerade angebrochen war. Sicher, im Januar zuvor hatte ein Haufen Anarchos in West-Berlin die Kommune I gegründet. Am 2. Juni war am Rande der Anti-Schah-Proteste…

Interview | Robert Brandom

Und weil wir gerade das Thema „Geschenke“ hatten, hier nun noch ein super-duper-hoppel-poppel-Bonus-Treueprämie-new-year-gift an all unsere geliebten Leser*innen. Gratis oben darauf, einfach zwischendurch und hier auf Slippery Slopes tatsächlich als Erstes zu lesen: ein Interview mit einem der derzeit einflussreichsten US-amerikanischen Philosophen, dem Anneliese Maier-Forschungspreisträger…

Geschenke | Peinigende Präsente

Wieder einmal wäre nach dem Weihnachtsfest zu wünschen gewesen, dass »zwischen den Jahren« eine besinnliche Zeit der inneren Einkehr anbricht. Oder wie Karl Valentin einst hoffte: »Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch endlich wieder ruhiger«. Tatsächlich aber sind die letzten Dezembertage…

Geschenke | Immer Feste

Geschenke haben in der privaten wie öffentlichen Wertschätzung einen kaum zu überbietenden guten Ruf. Mal abgesehen vom vollkommen zu Recht skeptisch beäugten Danaergeschenk (Wer braucht schon ein riesiges Holzpferd im Vorgarten?) sind doch alle Geschenke ein tolles Gut, welches dem Beschenkten Freude und dem Schenkenden…

Geschenke | Schöne Bescherung

Eigentlich ist Schenken ja etwas Schönes. Wer schenkt, möchte man meinen, teilt mit von der großen Fülle dieser Welt; umgekehrt erfährt von dieser Fülle, wer sich beschenken lässt. Dabei, so heißt es, ist Geben seliger denn Nehmen. Es ist vielleicht nicht ganz ein Wiederholen, aber…

Geschenke | Ponyfreundschaft

Der notorische Klugschwätzer, den wir »Volksmund« nennen, hat zwei sprichwörtliche Ratschläge parat, die er ungefragt zum Besten gibt, sobald sich unsere Überlegungen auf das Thema »Geschenke« richten. Als potenzielle Schenker werden wir von ihm recht penetrant daran erinnert, dass kleine Geschenke zum Erhalt der Freundschaft…

Mode | Dernier Cri

Der »Roman« ist ein etymologischer Abkömmling der Romantik, und so könnte man meinen, dass die »Mode« ein Kind der Moderne sei. Das stimmt zwar nicht im engeren wortgeschichtlichen Sinn, wohl aber gibt es da eine wichtige Parallele. Denn während Roman und Romantik zu einer besinnlichen Feier…

Mode | Merry Hipmas

Ich habe beschlossen, dieses Jahr Hipmas zu feiern, und das ist gar nicht mal so absurd, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Wie den Messias, so erkennt man ja bekanntlich auch Hipster daran, dass sie verneinen, Hipster zu sein. Ehemals Lebensform der subversiven…

Mode | Beim Barte

Des Propheten Bart sollte eigentlich keine Frage der Mode sein. Schließlich wurde mit religiösierten und geheiligten Bärten stets der Anspruch erhoben, eine festverwachsene Größe im Angesicht der Zeiten zu sein, weshalb sie gemeinhin als haariger Ausdruck der beständigen Würde ihrer Träger galten. Doch ein kursorischer…

Mode | Fesche Fashion Faschos

Vor einiger Zeit war in einem bekannten Hamburger Nachrichtenmagazin ein Artikel zu lesen, nach dessen Lektüre man durchaus vermuten konnte, der Zeitungshändler hätte ungefragt noch Thor Kunkels Roman »Endstufe« zwischen die Magazinseiten geschmuggelt. Der Text las sich nämlich wie eine Art Schulmädchen-Report über das Frühlingserwachen…

Kompromisse | Wider die Gesinnungstäter

Die Welt der Manager und der paar Managerinnen ist ziemlich eigenwillig. Das ist gut, denn wenn man sich dort auf Wanderung begibt, stößt man auf ganz verrückte Sachen. Eine dieser verrückten Einfälle der Managerzunft ist das sogenannte DISC-Leadership Profile. Da werden vier verschiedene Grundtypen von…

Kompromisse | Consensus interruptus

Der Kompromiss hat gegenwärtig mächtig Konjunktur, sein aufsehenerregender Ansehensgewinn steigt schneller als jeder deutsche Rekord-Dachs. Die sichere Währung dieses phänomenalen Aufschwungs ist die KB (Kompromissbereitschaft) und wird vor allem von PolitikerInnen gehandelt wie ein ewig gültiger Goldstandard. Wer nicht genügend KB in petto hat, sieht…

Kompromisse | Vorauseilende Fäulnis

Da das Schland seit der Bundestagswahl unter dem Fluch der Karibik leidet, können wir derzeit den vermehrten Gebrauch des Wortes »Kompromiss« in den hiesigen Medien beobachten. Damit feiert ein Begriff, von dem man befürchten musste, Donald Trump hätte ihn im Alleingang für immer aus der…

Kompromisse | Abschiebende Wirkung

Sie alle werden jetzt Kompromisse machen müssen: die Katalanen und die spanische Regierung, Trump und die amerikanische Waffenlobby, die Briten, aber auch die EU. Und hierzulande natürlich die Beteiligten der Koalition »Jamaika«. Auch wenn der Name dieser schwarz-gelb-grünen Zweckgemeinschaft sehr nach Chillen am Strand klingt:…

Erinnerungskultur | War da was?

Kultur hat man – oder eben nicht. Das gilt auch für die Erinnerungskultur. Eindrucksvoll bewies dies kürzlich ein allseits bekannter Präsident, als er einen selbst nach Twitter-Maßstäben erstaunlich kurzen Spruch ins Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem pinselte, der ob seiner bemerkenswert schlichten Direktheit einem slightly…

Erinnerungskultur | Polen, PiS und Pippi Langstrumpf

Schon Nietzsche wusste um das Glück des Vergessens: »Bei dem kleinsten aber und bei dem größten Glücke ist es immer Eines, wodurch das Glück zum Glücke wird: das Vergessen-können oder, gelehrter ausgedrückt, das Vermögen, während seiner Dauer unhistorisch zu empfinden.« In der polnischen Regierungspartei PiS…

Erinnerungskultur | Das Brot

In seiner sogenannten Dresdener Rede beklagte das tausendjährige Brot unter den Björns, nämlich Bernd Höcke, bekanntermaßen dies: » … wir Deutschen […] sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat«. Diese Klage zeigt nicht…

Erinnerungskultur | Wahrung der Totenruhe

Eine Sensation: Der Schnurrbart von Salvador Dalí sitzt noch genau so wie bei seinem Begräbnis vor 28 Jahren. Vor kurzem hatte ein Gericht in Madrid dessen Exhumierung angeordnet. Hintergrund ist die Klage einer 61-jährigen Kartenlegerin aus Girona, die behauptet, Dalís Tochter zu sein. Dabei hatte…

Heimat | Homeland Insecurity

Die Amerikaner wissen ganz genau, was Heimat ist. Sie haben ihr ein ganzes Ministerium gewidmet und diesem in unverfroren pragmatischer Manier gleich seinen Auftrag über die Eingangstür geschrieben: Homeland Security. Solcherart Heimatschutz ginge in Deutschland nicht. Hier spricht man aus guten Gründen lieber vom Ministerium…

Heimat | Der Riss in uns

Die frisch gewählte CDU-Regierung in NRW hat soeben ein »Ministerium für Heimat« eingerichtet. Man darf dies getrost als eine politische Spätfolge der Flüchtlingskrise und der neuerlich aufgeflammten Leitkultur-Debatte verstehen, die ja stets aufs Neue rechte Sehnsüchte nach einem aufgerüsteten Heimatschutz weckt: »Wir sind nicht Burka«,…

Heimat | Haben und Sein

Du sollst dir kein Bildnis machen. Zuweilen wäre eine etwas beflissenere Besinnung auf dieses in mancherlei Kontexten durchaus sinnvolle Gebot religiöser Provenienz wünschenswert. So etwa neulich in Leipzig: Auf einem öffentlichen Platz wurde eine Attraktion namens »German Village« beworben, welche das vergnügungssüchtige wie -selige Volk…

Heimat | Hier im Wir

Margot Honecker soll kurz vor ihrem Tod gesagt haben, Heimat sei für sie der Geruch von Wald und Pilzen. Ich halte diese Begriffsbestimmung für fast ebenso bizarr, wie Frau Honeckers Bemerkung, dass Mauertote zwar bedauerlich seien, aber ja schließlich niemand gezwungen wurde, über die Mauer…

Bausünden | Mittelmaß als Verrat

Als ich neun war, liebte ich diesen bunten Zaun. Er begrenzte ein Grundstück in der Reihe grauer Einfamilienhäuser, die am Rand der Neubausiedlung standen, und er schien mir das einzig lohnende Ziel familiärer Spaziergänge zu sein. Der Zaun meiner Träume bestand aus Holzlatten, jede einzelne…

Bausünden | Stadtdysmorphe Störungen

Während mit Babylon und Las Vegas gleich zwei Orte um den Titel »Stadt der Sünde« buhlen, kommt nur eine Stadt für die Auszeichnung »Stadt der Bausünde« in Frage: Berlin. Es mag nicht einfach sein, den ästhetischen Sündenfall historisch genau zu datieren. Bereits der Dom war…

Bausünden | Hoffentlich ist es Beton!

In den gesellschaftlichen Kreisen, in denen ich mich gegen Ende der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts zu bewegen pflegte, war es keineswegs unüblich, in geselliger Runde spontan auszurufen: »Komm’, lass uns einen bauen!«. Diese Aufforderung wurde zumeist nur allzu gerne und allzu häufig befolgt. Und sobald…

Bausünden | Kann denn Bauen Sünde sein?

Eine weise Binse lehrt uns allenthalben, über Geschmack lasse sich nicht streiten. So verhält es sich auf den ersten Blick auch mit den Behausungen, die sich der Mensch seit Jahrtausenden zu bauen pflegt: Dem einen genügt eine kaum überdachte Höhlennische als Eremitage in den Bergen,…

Echt jetzt? | Arbeit ist keine Kunst

Auf der Suche nach einem neuen Job? Ein erfahrener Personaler bei der Sparkasse Saarbrücken will jungen Leuten Mut machen: »Das Wichtigste ist, dass Bewerber authentisch wirken. Sowohl bei der Bewerbung als auch im Gespräch. Sie sollen sich dabei so darstellen, wie sie sind. Besonders ein…